Montag, 31. Oktober 2011

Das Lebensgeld / Vitamoney

An jeden Bürger verteiltes Geld und Vitamoney

Im Rahmen dieses Blogs möchte ich auch immer wieder Alternativmodelle vorstellen. Dieses hier war mir noch nicht bekannt, als ich die erste Auflage meines Buches verfasst habe, deshalb an dieser Stelle eine Vorstellung und Bewertung des Modells "Lebensgeld".
Stellt man vollkommene Gleichheit in den Vordergrund, könnte man natürlich auch eine bestimmte Menge Geld einfach so in gleicher Höhe an jeden Bürger jährlich bezahlen. Dies wäre dem bedingungslosen Grundeinkommen ähnlich, wie es im Kapitel Arbeitsmarkt beschrieben wird (nur dass bei dem dortigen Modell die Geldschöpfung außen vor gelassen wird). Die Höhe der Gelder könnte durch den volkswirtschaftlichen Wertzuwachs bestimmt werden. Jedoch würde dadurch wieder das Prinzip verletzt werden: Geldschöpfung sollte da stattfinden, wo die Wertschöpfung stattfindet. Die Folge wäre wieder das Wachsen von Unerwünschtem. Weitere Nachteile finden Sie im Kapitel Bedingungsloses Grundeinkommen" im Buch "Goodbye Wahnsinn"..

Ein solches Modell haben Bernd Hückstädt und Margret Baier entworfen, es nennt sich Lebensgeld bzw. Vitamoney. Jeder Bürger würde monatlich 1000 Euro (dort 1000 DANK genannt) aus Geldschöpfung bekommen, der Staat ebenfalls 1000 Euro und ein Ausgleichs- und Umweltfond ebenfalls 1000 neu „gedruckte“ Euro pro Monat. Die gleiche Menge Geld würde monatlich auch wieder vernichtet/ aus dem Kreislauf genommen werden. Wenn Sie sich für mehr Details interessieren, können Sie auf die Internetseite gehen: www.joytopia.net.

Bewertung:

Das Lebensgeld verwirklicht eine andere Philosophie des Geldes. Es entstünden keine Schulden mehr, wenn neues Vermögen entsteht, was auch den Prinzipien der Natur enspricht. Es ist durchaus ein interessanter Ansatz, allerdings mit Lücken in wichtigen Bereichen. Auch bei diesem Modell würden die meisten Nachteile des bedingungslosen Grundeinkommens wirken, allen voran die Verletzung des Gerechtigkeitsprinzips. Dazu kommen noch andere Herausforderungen: Das neu geschaffene Geld würde die Geldmenge erhöhen. Wenn neue Geldmengen verteilt werden, muss dafür jemand Leistungen ebringen, andernfalls wird das Geld entwertet. Inflation wäre die Folge. Die Autoren wollen zwar die gleiche Geldmenge - 60.000 € jährlich - aus dem Wirtschaftskreislauf nehmen und damit die „Vergänglichkeit“ der Natur nachbilden, doch ist dieser Vorgang nicht mit den Leistungen der Volkswirtschaft verknüpft. In einem Blog erklärt Bernd Hückstädt, dass das Geld monatlich 5% an Wert verlieren soll, was dann empfangenes Geld nach ca. 5 Jahren entwertet. Nach dieser Zeit muss Vermögen dann wieder neu erworben werden. Dies wäre für REntenvorsorge usw. problematisch. Wenn das Geld zinslos verliehen  wird, dann verliert es jedoch nicht an Wert - diese Option würde die Gesamtgeldmenge dann aber erhöhen, weil die erzeugte Geldmenge höher wäre als die zerstörte - Inflation wäre die Folge.
Der Wertverfall des Geldes hat duchaus Ähnlichkeit mit dem Modell "Umlaufgesichertes Geld" von Silvio Gesell (1920) und löst das Problem der Geldhortung, hält den Wirtschaftszyklus am Laufen.
Jedoch fehlen Betrachtungen zu internationalem Handel, internationalen Geldgeschäften (Geldanlage in anderen Ländern), Kapital- und Steuerflucht, Währungskursen und Wärungshandel.

Fazit: Ein wertvoller Beitrag, der aber es wäre noch vieles zu erdenken und zu klären, bevor es wirklichkeitsgerecht ist. Man sollte ihn kennen.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Das Bandbreitenmodell (Zusammenfassung und Bewertung)

Ein Modell zur Lösung des Problems Arbeitslosigkeit und Arbeitsbedingungen habe ich noch nicht in mein Buch eingearbeitet, weil es mir bisher nicht bekannt war. Das Bandbreitenmodell findet man im Internet unter: www.bandbreitenmodell.de.

Ähnlich wie beim bedingugnslosen Grundeinommen wird nur noch eine Umsatzsteuer (Verbrauchssteuer)  erhoben, die Einkommensteuer wird abgeschafft (hier sogar alle anderen Steuerarten). Übrig bleiben dann zwei Gesetze: das Umsatzsteuergesetz und das Arbeitsprämiengesetz.

Kritik:
Das Modell setzt die Umsatzsteursätze ein, um die Arbeit zu entlasten und zu fördern.
Wie beim Bedingungslosen Grundeinkommen wird damit aber die einkommensabhängige Besteuerung ausgehebelt und Reiche werden dadurch steuerlich entlastet. Dem wirkt zwar die Arbeitsförderung entgegen, jedoch nicht stark genug, das Einkommen der Geringverdiener würde gegenüber dem der Top-Verdiener weiter abfallen. Auch besteht die Gefahr, dass der Schwarzmarkt ausufert, der es ermöglicht, die Mehrwertsteuer zu umgehen.
Das Arbeitsprämiengesetz in der vorgeschlagenen Form löst nur die Probleme des lokalen (deutschen) Arbeitsmarktes. Andere Länder werden benachteiligt oder ausgeschlossen, man wirkt so der Globalisierung entgegen. Es gibt heute andere Modelle, die keinen Nationalismus (was hier vielleicht ein zu hartes Wort ist) benötigen, um die Herausfoderungen im Arbeitsmarkt zu lösen.
Viele andere Probleme des Wirtschafts- und Finanzsystems bleiben zudem völlig außen vor. Das Finanzsystem wird dabei nicht reformiert und andere Werte als arbeitsrechtliche finden ebenso keine Berücksichtigung im Breitbandmodell.
Auch viele Formulierungen dürften faktisch und rechtlich problematisch sein, z.B. "Sofern das Schuldner-Unternehmen lt. Absatz 7 die Arbeitsplatzprämien nicht zurückzahlt, hat es binnen 14 Tagen Konkurs anzumelden." 

Fazit:
Ein weiterer interessanter Ansatz, der aber nicht zuende gedacht ist. Es gibt heute bessere Lösungen. Das ist nicht böse gemeint, jede Idee bringt wieder neue Aspekte für die zukünftigen Lösungen ein, auch dieser. Es ist nur kein als solcher gangbarer Ansatz.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Zeit, die alten Zyklen zu durchbrechen!

Wenn man Bücher aus der Zeit der Weimarer Republik liest, wie das Werk von Silvio Gesell, oder altgedienten Rebellen des zweiten Weltkrieges wie Stephane Hessel zuhört oder Zeitdokumente wie diese ansieht:

Schlussrede von "Der große Diktator" (Charlie Chaplin)
dann weiß man, dass vieles von 1920 heute wiederzufinden ist.

Das Grundsatzsystem des Schuldgeldes, der Geldschöpfung bei großen Privatbanken und des exponentiellen Vermögenswachstums durch Rendite und Zinseszins ist heute das gleiche wie damals. Und die Auswirkungen sind ebenfalls gleich.

Es ist jetzt an der Zeit, die alten Zyklen zu durchbrechen und ein neues Geldsystem zu etablieren, das die Macht des Geldes in der Breite der Bevölkerung streut und nicht in den Händen Weniger sammelt. Es ist an der Zeit, ein System zu etablieren, das Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe zwischen den Menschen fördert.

Für ein gerechtes Geldsystem gab es schon 1920 ein Konzept, das damals kaum beachtet wurde, weil man noch Hoffnungen in den Kommunimsus steckte: das Geldsystem mit Negativzins. Es entmachtet Geldbesitz und sichert den Geldumlauf in der Realwirtschaft. Inzwischen gibt es noch weitere Lösungen.

Helmut Creutz hat die Fehler dieses Geldsystems aufgezeigt und auch Lösungen vorgestellt und bewertet. Hier ein Video, das darüber informiert: Gerechtes Geld Gerechte Welt - Helmut Creutz

Dienstag, 4. Oktober 2011

FDP und Linke kritisieren fundiert den Rettungsfond und die damit verstärkte Schuldenfalle der Staaten

Der FDP-Abgeordnete Frank Schäffler überführt die angebliche Schuldenlösung für Griechenland als Beschleunigung für die Staatsschulden und überführt Kanzlerin Merkel der Falschaussage:
http://www.youtube.com/watch?v=7up3-bqSAlQ

 Die Abgeordnete der Linken, Sarah Wagenknecht, sagt es klar: das Einzige, was der Rettungsschirm rettet, sind die Gewinne der Banken und Hedgefonds:
 http://www.youtube.com/watch?v=pSHazDwQlrY&list=PL70C33D89C2F203E3&index=6

Wer heute Nachrichten hört, bekommt zwei Meldungen nacheinander serviert, die eigenlich zum Aufschrei führen müssten:
Auf der einen Seite muss Griechenland Sparpläne erarbeiten, die dort die Wirtschaft ausbremsen und das Einkommen vieler "kleiner" Bürger reduziert. Griechenland als Bürgervertretung muss Ländereien, Hafenrechte usw. an sogenannte Geldgeber verpfänden, was faktisch einer Enteignung des Volkes gleichkommt. Und wenn Griechenland neuen Kredit will, muss es zweistellige Zinssätze bezahlen, weil amerikanische Rating-Agenturen die finanzielle Sicherheit deren Anlagen schlecht bewertet.

Auf der anderen Seite gibt die Zentralbank Geld für 0,5% Zins an Privatbanken aus, die diese dann gewinnträchtig investieren, verleihen oder nach eigenen Vorstellungen verwenden können. Niemand zwingt die Banken, es hifsbedürftigen Staaten zu leihen. Und wenn sie sich dazu herablassen, dann dürfen die bedürftigen Staaten richtig Zinsen dafür zahlen. Griechenland bleibt von der freigiebigen Geldschöpfung der Zentralbank ausgeschlossen.

Auch die große Finanzkrise hat keinesfalls dazu geführt, dass mit Banken hart ins Gericht gegangen wurde. Es wurden weder entscheidende Regularien geändert, noch Strafen verhängt, siehe Bericht des ZDF:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1383764/Die-Bank-gewinnt-immer .

Macht das noch Sinn? Hat das noch etwas mit Demokratie zu tun? Ich meine nein.

Die Rettung für Griechenland könnte noch sein, mittels Kreditausfallversicherung und Hebelprodukten auf die eigene Pleite zu setzen und damit Geld zu holen (aus: http://www.der-postillon.com/2011/09/spekulation-auf-eigenen-staatsbankrott.html ). Allein an diesem Gedankenspiel erkennt man den Nonsense des derzeitigen Finanzmarktes.

Die angeblichen Geldgeber beziehen langfristig mehr Geld aus den Anleihen, als sie früher einmal "investiert" haben. Sie sind also keine Geldgeber sondern Geldnehmer. Und leeren die Staatskassen zugunsten einiger weniger Reicher, deren Vermögen weiterhin so ungebremst wächst wie auf der anderen Seite die Staatsverschuldung. Dies ist kein Zufall, sondern steht in unmittelbarem Zusammenhang. Beispielsweise betrüge die Staatsverschuldung Deutschlands ohne Zinszahlungen statt ca. 2 Billionen Euro nur ca. 200 Milliarden Euro, wie die Zahlen des statistischen Bundesamtes beweisen: www.staatsverschuldung-schuldenfalle.de .

Erst, wenn das Volk in der Breite von der Geldschöpfung profitiert und nicht die Banken, dann kann der Staat entschuldet werden. Wenn die Trennung von Geldschöpfung und Wertschöpfung aufgehoben wird, dann steigt das Volkseinkommen, damit steigen die Staatseinnahmen, gleichzeitig sinkt das Vermögenseinkommen. Die Macht kommt zurück zum Volk.

Genau das kann beispielsweise mit dem Wertschöpfungsentgelt  erreicht werden: Die Geldschöpfung geht dort hin, wo die Wertschöpfung entsteht.

Demokratie retten/ unterstützen durch die Reform unseres Geldsystems

Erwin Pelzig stellt die richtigen Fragen:
Erwin Pelzig Fragen Youtube

Eine davon möchte ich aufgreifen: Warum fordert Kanzlerin Merkel das Parlament dazu auf, eine marktgerechte Entscheidung zu treffen "und ob ihr mal die Idee eines demokratiekonformen Marktes ins Hirn gekommen ist":

Einen demokratiekonformen Markt kann es nur geben, wenn die Marktmittel, also das Geld, in der Hand der Bürger ist. Und zwar in der Hand möglichst aller Bürger, ncht in der Hand einiger weniger. Um das zu erreichen muss zuallererst unser Geldsystem reformiert werden. Erst, wenn die Kombination als Geldschöpfung bei privaten Banken in Kombination mit dem exponentiellen Wachstum von Renditen oder Zinseszins abgeschafft ist, dann hört ide Umverteilung von Armen und Mittelstand zu wenigen Reichen auf.

Ein Weg dazu ist das "fließende Geld" oder umlaufgesicherte Geld, das Silvio Gesell 1920 erfunden und in seinem Werk über die "natürliche Wirtschaftsordnung" veröffentlicht hat.
Ein weiterer Weg ist das Wertschöpfungsentgelt, das ich im Rahmen meines Buchprojektes "Goodbye Wahnsinn" entwickelt habe und die Geldschöpfung, die heute den Kern des Problems darstellt, umkehrt, und damit all die Effekte (die die Schere zwischen Arm und Reich immer größer werden lassen und die Demokratie immer weiter aushelben) umkehrt!
Und dann gibt es noch weitere Lösungen, z.B. das "Social Business", das Nobelpreisträger Muhammad Yunus entwickelt hat sowie die "Gemeinwohl-Ökonomie", die Christian Felber entworfen hat.

Die Alternativen sind da! Doch sie müssen auch bekannt werden und wir müssen mindestens eine davon wählen.